Nagetiere sind beliebte Haustiere, die viele Menschen mit ihrer Intelligenz, ihrem Sozialverhalten und ihrem niedlichen Aussehen begeistern.
Doch wie kann man Nagetiere artgerecht halten und ihnen ein glückliches und gesundes Leben ermöglichen?
In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen einige Tipps und Hinweise, worauf Sie bei der Haltung von Nagetieren achten sollten.
Die wichtigsten Faktoren für eine artgerechte Haltung von Nagetieren sind:
- Die Wahl des richtigen Geheges
- Die Einrichtung des Geheges mit geeignetem Zubehör
- Die Ernährung der Nagetiere mit artgerechtem Futter
- Die Beschäftigung der Nagetiere mit Spielzeug, Auslauf und Artgenossen
- Die Pflege der Nagetiere mit regelmäßiger Kontrolle, Reinigung und Tierarztbesuch
Das richtige Gehege
Nagetiere brauchen viel Platz, um sich frei bewegen, erkunden und verstecken zu können.
Kaninchen und Meerschweinchen sind Sippentiere, sie brauchen unbedingt Gesellschaft mindestens eines Artgenossen. Die Einzelhaltung stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar.
2 Kaninchen benötigen eine Fläche von mindestens 6m², die ihnen permanent zur Verfügung steht. 2 Meerschweinchen mindestens 2m². Die Tiere dürfen niemals auf einer kleineren Fläche, wie etwa in einem Käfig oder einem Stall, eingesperrt werden. Auch das nächtliche Einsperren ist höchst umstritten, da Meerschweinchen und Kaninchen dämmerungsaktiv sind
Im Idealfall dient ein handelsüblicher Stall als Rückzugsort, in den sich die Tiere zurückziehen können. Der Stall sollte aber an ein mardersicheres Freigehege angebaut sein, das für die Tiere immer erreichbar ist. Statt an ein Gehege angebaut zu werden, kann der Stall natürlich auch komplett in einem entsprechend großen Gehege stehen
Es gibt selbstverständlich Ausnahmen, bei Krankheit oder nach einer Operation, wo ein Tier ruhig gehalten werden muss und dieses somit auf einen kleineren Raum begrenzt werden muss.
Das Nager Gehege selbst sollte aus einem stabilen und ungiftigen Material bestehen, das die Nagetiere nicht durchbeißen oder zerkratzen können.
Der Boden sollte mit einer dicken Schicht aus saugfähigem und staubfreiem Einstreu bedeckt sein, die regelmäßig gewechselt wird.
Der Standort des Geheges sollte ruhig, hell und zugluftfrei sein, aber nicht direkt in der Sonne oder an einer Heizung stehen.
Die Einrichtung eines Nagerheims
Nagetiere sind neugierige und aktive Tiere, die gerne klettern, buddeln, nagen und sich verstecken. Deshalb sollte das Gehege mit verschiedenen Zubehörteilen ausgestattet sein, die den natürlichen Bedürfnissen der Nagetiere entsprechen.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Häuschen, Höhlen oder Tunnel zum Schlafen und Verstecken
- Äste, Zweige, Röhren oder Seile zum Klettern und Nagen
- Sandbad, Heuhaufen oder Kartons zum Buddeln und Wühlen
- Näpfe, Trinkflaschen oder Futterspender zum Fressen und Trinken
- Spielzeug wie Bälle, Rasseln oder Knabberstangen zum Spielen und Beschäftigen
Die Ernährung der Nagetiere
Nagetiere haben einen empfindlichen Verdauungstrakt, der auf eine pflanzliche Ernährung angewiesen ist. Den Hauptbestandteil der Ernährung bilden idealerweise frisches, hochwertiges Heu, das man an seinem angenehmen Duft erkennt und Grünfutter, wie Blattgemüse und Kräuter. Dazu etwas Gemüse, wie Karotten oder Gurken.
Zusätzlich muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.
Von Trockenfuttermischungen und Pellets ist abzuraten. Diese sind nicht nur schwierig zu verdauen, sie sorgen auch dafür, dass die Zähne nicht auf natürliche Weise angerieben werden, da das Futter gekaut statt zermahlen wird.
Die Beschäftigung der Nagetiere
Nagetiere sind gesellige Tiere, die nicht gerne alleine sind. Deshalb sollte man immer mindestens zwei Tiere der gleichen Art zusammen halten (außer bei Hamstern), die sich gut verstehen und harmonieren.
Die Vergesellschaftung von Nagetieren sollte immer vorsichtig und schrittweise erfolgen, um Konflikte zu vermeiden. Wenn man mehrere Tiere zusammenhält, sollte man darauf achten, dass das Gehege groß genug ist und dass es genügend Rückzugsmöglichkeiten und Futterstellen gibt, damit sich jedes Tier wohl fühlt.
Neben Artgenossen brauchen Nagetiere auch die Aufmerksamkeit und Zuneigung ihrer Menschen. Man sollte sich täglich mit den Nagetieren beschäftigen, sie streicheln, füttern oder mit ihnen spielen.
Außerdem sollte man den Nagetieren regelmäßig Auslauf außerhalb des Käfigs oder Geheges ermöglichen, damit sie sich austoben und neue Reize erleben können.
Der Auslauf sollte jedoch immer unter Aufsicht und in einem sicheren Bereich stattfinden, der keine Gefahren wie Stromkabel, giftige Pflanzen, andere Haustiere oder Greifvögel birgt.
Die Pflege der Nagetiere
Nagetiere sind in der Regel sehr reinliche Tiere, die sich selbst gut pflegen.
Trotzdem sollte man die Nagetiere regelmäßig kontrollieren, ob sie gesund und sauber sind. Dazu gehört zum Beispiel, dass man die Augen, Ohren, Nase, Zähne, Krallen und das Fell der Nagetiere überprüft und gegebenenfalls reinigt oder schneidet.
Außerdem sollte man den Käfig oder das Gehege regelmäßig reinigen und desinfizieren, um Krankheiten und Parasiten vorzubeugen.
Wenn man Anzeichen von Unwohlsein oder Verhaltensänderungen bei den Nagetieren bemerkt, sollte man nicht zögern, einen Tierarzt aufzusuchen, der sich mit Nagetieren auskennt. Nagetiere können sehr schnell ernsthaft erkranken und brauchen dann eine fachgerechte Behandlung.
Nagetiere sind faszinierende Haustiere, die viel Freude bereiten können, wenn man sie artgerecht hält.
Dazu gehört, dass man ihnen einen großen und abwechslungsreichen Lebensraum bietet, sie mit gesundem Futter versorgt, sie mit Artgenossen und Menschen beschäftigt und sie regelmäßig pflegt.
Bitte informieren Sie sich immer vor der Anschaffung eines neuen Haustieres, ob dieses zu Ihren Lebensumständen passt und Sie den Anforderungen der artgerechten Haltung gerecht werden können.
Auch ein Nagetier ist ein Lebewesen und kein Spielzeug für Kinder.
Wenn man diese Tipps befolgt, kann man seinen Nagetieren ein glückliches und gesundes Leben ermöglichen.
In unserem Blog werden wir für Sie noch weitere Beiträge zu den einzelnen “Hausnagern” und deren Bedürfnissen sowie Haltungsbedingungen schreiben.
Für tiefergehende Informationen empfehlen wir die Seiten Kaninchenwiese und Meerschweinchenwiese

